Ausblick|Rückblick|Dankeschön

Ritual
Mein Ritual der weiten Felder

Der bisherige Projektverlauf und die weitere Planung

Zwar ist meine Elbwanderung noch längst nicht beendet, doch an einem wichtigen Schritt möchte ich euch heute teilhaben lassen. Da der Beginn der Wanderung über vier Monate mit einem tollen Stipendium von Neustart Kultur zum Thema Rituale gefördert wurde, hatte ich nun die Aufgabe, über das Projekt zu berichten. Diesen Sachbericht möchte ich euch nicht vorenthalten!

Ausblick

Doch bevor ihr ihn lest, möchte ich euch versichern, dass es auch nach dem Förderzeitraum mit meiner Elbwanderung weitergeht. Bis zur Quelle sind es ja noch ein paar Kilometer. Und wer weiß, was sich am Rande noch ergibt? Ganz ehrlich: Wenn man einmal begonnen hat, kann man nicht mehr aufhören zu wandern. Zumindest mir geht es so!

Austausch

Auf alle Fälle sind und waren eure Kommentare eine große Freude für mich. Genau wie die Erfahrungsberichte über eure Rituale. Macht gern mit und erzählt von euren Erfahrungen. Dieser Austausch ist einfach großartig! Vielen Dank, dass ihr dieses Projekt so intensiv begleitet! Doch jetzt hier für euch der …

… Sachbericht für Neustart Kultur

Das Ziel des Fördervorhabens war, eine rituelle Wanderung entlang der Elbe zu beginnen und diese Wanderung unter Berücksichtigung ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutung publizistisch auf einer eigens dafür angelegten Website zu begleiten: www.weite-felder.de

Ich konnte mein Vorhaben trotz der Corona-Pandemie glücklicherweise in vollem Umfang umsetzen. Die erste Tour mit vier reinen Wandertagen unternahm ich noch Ende November. Ich legte an diesen vier Tagen die Strecke von Cuxhaven bis Elmshorn zurück. Die zweite Tour – ebenfalls vier Tage – führte mich von Elmshorn bis nach Schnakenbek. Insgesamt betrug die Strecke circa 214 Kilometer.

Beide Touren führten mich an Orte, die eng mit meinem Lebensweg verknüpft sind. Einiges sah ich wieder, besonders im Landkreis Cuxhaven, wo ich acht Jahre lebte – bis ich Anfang dieses Jahrtausends nach Franken zog. Auch in meiner Geburtsstadt Hamburg begleiteten mich viele Erinnerungen. So erreichte ich am Todestag meines Mannes seine Taufkirche, den Hamburger Michel. Doch nicht nur darin besteht für mich der rituelle Charakter meiner Wanderung. Jahrzehnte des eigenen Lebens zu reflektieren, ohne durch die Perspektiven anderer Menschen beeinflusst zu werden, ist eine wunderbare Möglichkeit, für den eigenen Lebensweg mehr und mehr Klarheit zu gewinnen. Das Schreiben über diese Wanderung verstärkt diesen Effekt sehr und macht mir immer wieder bewusst, dass ich sorgsam mit meiner Zukunft umgehen und meine Suche nach einem neuen individuellen Lebensmodell fortführen möchte.

Mein Ritual wurde tatsächlich für einige Menschen zu einer Blaupause für die Darstellung ihrer eigenen, persönlichen Rituale. Im Rahmen dieses Austausches erfuhr mein Ansatz, dass eine Kultur der Rituale beim Übergang zwischen verschiedenen Lebensphasen auch in späteren Lebensjahren eine wichtige Möglichkeit der Neupositionierung und der Strukturierung des Lebens bildet, eine faszinierende Bestätigung. In solchen Übergangsphasen scheint der Wunsch nach einem Halt gebenden Ritual, das durchaus auch selbst entwickelt werden kann, zu wachsen – beim Individuum wie wohl auch in der Gesellschaft im Allgemeinen.

Ich bekomme von Leserinnen und Lesern viel Zuspruch. Genau wie von Menschen, die ich unterwegs kennenlerne. Doch eine besondere Bestätigung ist in meinen Augen, dass sich einige Menschen die Mühe gemacht haben, über ihre Sicht auf Rituale und über ihre eigenen Rituale zu berichten. Auf der Website gebe ich ihren Stimmen gern Raum und veröffentliche ihre Berichte unter dem Menüpunkt „Erfahrungen“. Meine Wanderberichte werden hingegen unter dem Menüpunkt „Elbwanderung“ veröffentlicht.

Die Durchführung meines Vorhabens besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Zum einen sind es die Wanderungen, die ich wie geplant allein unternehme. Im Vorfeld habe ich die Ausrüstung, die Strecken, die Unterkünfte und die Anreise nach Norddeutschland geplant. Dank guter Planung verlangten die Wanderungen mit Tagesstrecken zwischen etwa 22 und 32 Kilometern zwar körperlichen Einsatz, liefen aber in organisatorischer Hinsicht nahezu reibungslos ab. Das war mir sehr wichtig, denn zum einen habe ich mich so ganz auf das Wandern konzentrieren können. Ich konnte beobachten, wie sich das Wandern, also die Bewegung selbst, mit jedem Kilometer veränderte. Aber auch meine Reflexion des Geschehenen entwickelte einen neuen Grad der Freiheit.

Das Ergebnis meines Projekts lässt sich sehen: Es gibt inzwischen über jeden der acht Wandertage einen Bericht in Text und Bild, oft auch mit einem Video ergänzt, außerdem je einen Text über die beiden Anreisetage nach Norddeutschland und vor der zweiten Tour fügte ich noch eine kurze Information zu deren Planung hinzu. Großartig finde ich, dass auch die Kommentarfunktion der Website von einigen Leserinnen und Lesern genutzt wird. Auch hierin bestätigt sich die gesellschaftliche Relevanz von Ritualen in Lebensphasen des Übergangs. Dieser Austausch findet übrigens auch unabhängig von der Website seine Fortführung. Die Texte bereitete ich unterwegs mindestens vor, teilweise wurden sie sogar schon während der Wanderung publiziert. Hinzu kommen der oben erwähnte Bereich „Erfahrungen“, der Menüpunkt „Warm-up“ mit Infos zu meinen Vorbereitungen und zu anderen Wanderungen, die ich im Vorfeld der Elbwanderung unternahm, sowie der Menüpunkt „Rituale“, unter dem ich mein Verständnis des Begriffs Ritual darlege.

Auch wenn damit das Fördervorhaben seinen Abschluss findet, möchte ich das Projekt eigenständig fortführen und die Elbwanderung in gewohnter Weise bis zur Quelle fortsetzen. Zwar konnte ich noch keine Termine festlegen, aber ich werde daran arbeiten, die Website mithilfe von Zwischenberichten über andere Wanderungen in meinem näheren Umfeld, mit Infos über die weitere Planung der Elbwanderung und auch mit Berichten meiner Leserschaft aktuell zu halten, um den Boden für die Berichterstattung über weitere Wanderungen an der Elbe vorzubereiten.

Und zuletzt …

Wie schon erwähnt, sind mir die persönlichen Kontakte, Erfahrungen und der Austausch bei diesem Projekt sehr wichtig. Ich freue mich über Kommentare aller Art, egal ob hier unter dem Text oder als Email.

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